SHAOLIN TEMPEL GRAZ Logo
SHAOLIN TEMPEL GRAZ
Karlauerstraße 44, 8020 Graz
Facebook

Grundlagen

Ein Shaolin Tempel dient dazu, den eigenen Charakter zu schulen, sich selbst und den Lauf der Natur zu verstehen und Grenzen zu erkennen. Aus diesen Gründen wurde und wird bis zum heutigen Tag in einem Shaolin Tempel Kung Fu geübt.

 

Die Begrüßung/Amituofo

Shaolin Mönche, Lehrer und Schüler begrüßen sich mit nur einer Hand – wenn sie frei ist, mit der rechten – und sagen dabei «Amituofo!» (Pinyin: «Āmítuó fó», ausgesprochen wie «Omitofo!»). Der Ausdruck «Amituofo» wird sehr häufig verwendet denn er bedeutet entsprechend der Situation «Hallo», «Entschuldigung», «Gesundheit», «Alles Gute» u.s.w.

 

Zurück zum Seitenanfang

 

Geschichte

Damals

Vor etwa 1500 Jahren kam ein indischer Mönch namens Bodhidharma nach China, in den bereits bestehenden Shaolin Tempel. Er sah die dort lebenden Mönche, schwach und kränklich von der täglichen Meditation im Sitzen. Da er selbst Mönch war und die Auswirkungen von langer Meditation auf den Körper kannte, brachte er den Möchen des Shaolin Tempels verschiedene Bewegungen zur Kräftigung bei. Diese Bewegungen waren jene aus dem noch heute praktizierten «Yi Jin Jing» Qi Gong (chinesisch für Qi Gong zur «Veränderung der Sehnen und Bänder») und dem «Xi Sui Jing» Qi Gong (chinesisch für Qi Gong zur «Waschung des Knochenmarks»).

Im Laufe der Zeit kamen verschiedene Menschen in den Tempel um ihr Leben zu verändern und Mönch zu werden. Darunter auch ehemalige Kriegsherren die müde von den vielen Schlachten waren und zur Ruhe kommen wollten. Da die Zeiten früher allerdings rauher waren und es durchaus notwendig war sich selbst verteidigen zu können, lernten die Mönche des Tempels von den kampferprobten Männern die Kunst des Kampfes. Da die Mönche sehr viel Zeit hatten um zu üben, brachten sie die Kampfkunst, die heute bei uns als «Kung Fu» bekannt ist auf ein sehr hohes Niveau. Sie kreierten aus den unterschiedlichen Techniken, Bewegungsabläufe – sogenannte «Formen» – um sie sich einerseits leichter zu merken und um sie andererseits auch im alleinigen Training verbessern zu können. Das tägliche Wiederholen dieser Abläufe sahen die Mönche auch als eine Meditations-Technik an, da sie während dem Üben an nichts anderes denken konnten als die komplexen Bewegungen die sie eben ausführten. Diese Technik wurde und wird verwendet um den Kopf frei von «lärmenden» Gedanken zu machen und wieder klar zu sehen.

 

Heute

Die Formen werden heutzutage genauso praktiziert wie damals und von Lehrer zu Schüler weitergegeben. Allerdings haben sich die Formen mit der Zeit durch die Überlieferung verändert und so gibt es nun von einer einzelnen Form oft viele Variationen. All diese Varianten sind richtig, wenn sie vom Praktizierenden verstanden werden. Ob die Form auch als Meditation angeshen wird, liegt letztendlich immer beim Schüler selbst. Man kann Shaolin Kung Fu natürlich auch rein sportlich betreiben, dann fehlt allerdings der Bezug zur Philosophie und es wird nicht mehr zur ganzheitlichen Entwicklung genutzt.

 

Zurück zum Seitenanfang

 

Buddhismus

Chan-Buddhismus (jap.: «Zen»)

Kern des Chan-Buddhismus ist das Leben im Hier und Jetzt, denn nur im Augenblick kann ich etwas bewirken. Weder in der Vergangenheit noch in der Zkunft habe ich Einfluss auf Geschehnisse. Um das zu üben wird auf verschiedene Weisen meditiert. Zum Beispiel wird Kung Fu trainiert, Qi Gong geübt oder auch im Sitzen meditiert.

 

Geschichte

Als Begründer des Chan-Buddhismus gilt der indische Mönch Bodhidharma. Er kam vor über 1500 Jahren in den chinesischen Shaolin Tempel, wo die Mönche ihn «Dámó» nannten. Die Legende erzählt, er sei neun Jahre lang in einer Höhle in der Nähe des Tempels gesessen und habe dort medtiert. Er hat so lange meditiert, dass sich sein Schatten in die gegenüberliegende Felswand eingegraben hat.

Dámó wurde begleitet von einem Mönch namens Shén Guāng. Dieser Mönch wich all die Jahre, die Dámó in der Höhle verbrachte, nicht von dessen Seite. Er beschützte ihn vor wilden Tieren, brachte ihm zu essen und hoffte jeden Tag aufs Neue, nun endlich von Dámó in seine Form des Buddhismus eingeweiht zu werden. Doch Dámó ignorierte Shén Guāng die ganze Zeit. Nach den besagten neun Jahren in der Höhle begab sich Dámó in ein Zimmer im Shaolin Tempel, das die dort lebenden Mönche für ihn vorbereitet hatten. Hier meditierte er weitere vier Jahre. Shén Guāng wurde nach dieser Zeit richtig wütend, da er all die Jahre von Dámó ignoriert worden war. Er riss an einem Tag im Winter die Tür zu Dámó‘s Zimmer auf und bewarf ihn mit einem Schneeball. «Wann wirst Du mich endlich unterrichten!», schrie er, völlig außer sich vor Zorn, und Dámó entgegnete: «Wenn der Schnee rot ist.» Darauf packte Shén Guāng ein Schwert und schnitt sich damit seinen linken Arm ab. Sein Blut färbte den Schnee rot. Damit zeigte Shén Guāng, dass das Äußere nicht zählt, auf die innere Erkenntnis kommt es an. Dámó nannte ihn von nun an «Huike» was soviel bedeutet wie «Weisheit und Aufnahmefähigkeit» und begann ihn einige Jahre zu unterrichten. Aus Respekt vor Huike begrüßen sich Shaolin Mönche mit der rechten Hand.

 

Chan und die Faust sind eins.

Ein Sprichwort aus dem Shaolin Tempel sagt: «Chan und die Faust sind eins.» Das klingt schon seltsam, wenn man bedenkt, dass der Buddhismus aus tiefster Überzeugung den Frieden lehrt. Die Erklärung hierfür liegt in der Meditation. Die Mönche des Shaolin Tempels sahen das Kung Fu Training immer als eine Art der Meditation an. Je intensiver man trainiert, desto tiefer und besser ist die Meditation. Das ist auch klar, denn wenn ich beispielsweise mit voller Konzentration ein Bild male, kümmert mich in diesem Moment nichts Anderes als die Arbeit an meinem Werk. Dadurch lebe ich im Augenblick, im Hier und Jetzt. Das Leben im Moment ist der Kern der Chan-buddhistischen Praxis, denn der Moment ist es, wo Veränderung passiert. Ich denke nicht darüber nach, welche Übungen ich noch vor mir habe oder welche Übungen ich vielleicht nicht gut gemacht habe. Ich trainiere nur die eine Bewegung im Moment und das, so gut ich kann. Kung Fu ist somit eine Technik, dieses «Leben im Augenblick» zu schulen, denn nur im Augenblick kann ich Erleuchtung erlangen. Je mehr ich mich auf das Training einlasse, desto besser funktioniert es. Deshalb sind Chan und die Faust eins.

 

Zurück zum Seitenanfang

 

Verhalten

«Wude» – der Verhaltenskodex

Traditionelle chinesische Kampfkunst-Schulen, wie z.B. der Shaolin Tempel, sahen den Zweck des Kampfkunst-Studiums oft nicht nur im Erlernen der Selbstverteidigung oder in der Schulung des Geistes, sondern auch im Erlernen eines ethischen Systems, dem «Wude» (chinesisch für «Moral der Kampfkunst»).

Das Wude beinhaltet zwei Aspekte: «Die Moral der Handlung» und «die Moral des Geistes». Die Moral der Handlung meint soziale Interaktionen und die Moral des Geistes bedeutet die innere Harmonie zwischen dem emotionalen Geist und dem rationalen Geist zu kultivieren. Das höchste Ziel ist das Erreichen «keiner Extreme» (Wuji).

Das Wude entstand zu einer kriegerischen Zeit aus der Notwendigkeit heraus, nicht verantwortungslos mit dem Wissen um Kampfkunst umzugehen, da viele Techniken tödlich waren. Deshalb wurden Schüler oft lange Zeit auf die Probe gestellt um zu sehen, ob sie «reinen Herzens» sind, bevor das eigentliche Kampfkunst Training beginnen konnte. Hat ein Lehrer gemerkt, dass sein Schüler schlechte Absichten hat, hat er das Training abgebrochen.

In der heutigen Zeit dient das Wude als Leitfaden für den Lehrer, um die Einstellung mit der sein Schüler bei der Sache ist, beurteilen zu können. Gleichzeitig nutzt es dem Schüler, die Tugenden, die zum verantwortungsbewussten Erlernen einer Kampfkunst notwendig sind, zu verstehen.

 

Zurück zum Seitenanfang